HRE: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Immobilienfinanzierer
Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) und seine umstrittene Kommunikationspolitik sind ins Visier der Justiz geraten. Oberstaatsanwalt Anton Winkler bestätigte am Donnerstag, dass nach dem Eingang einer Strafanzeige ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Der Vorwurf laute auf Marktmanipulation und unrichtige Darstellung nach dem Aktiengesetz. Im Januar hatte das Dax-Unternehmen die Anleger mit Abschreibungen infolge der US-Kreditkrise schockiert. Der Kurs der HRE war nach der Bekanntgabe eines Wertberichtigungsbedarfs von 390 Mio. Euro um 35 % eingebrochen. Die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (BaFin) prüft seither mögliche Verstöße gegen die Veröffentlichungspflicht, da die Bank zuvor stets behauptet hatte, nicht von der US-Immobilienkrise betroffen zu sein. Die Staatsanwaltschaft wolle die Untersuchung ruhen lassen, bis die Ergebnisse der BaFin vorlägen, sagte Winkler. Ob Anklage erhoben wird, sei daher noch offen. Unabhängig von der Staatsanwaltschaft wollen auch die Aktionäre gegen die HRE-Führung vorgehen. Sie versuchen, auf der Hauptversammlung eine Sonderprüfung durchzusetzen und prüfen Schadensersatzforderungen gegen Vorstand und Aufsichtsrat.
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