Markt: Wohnungsfertigstellungen seit 1995 um 70 % gesunken
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nach Angabe des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 176.000 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 16,5 % oder 39.000 Wohnungen weniger als im Jahr 2007. Seit 1995, als mit knapp 603.000 Wohneinheiten ein Höchststand erreicht wurde, ging die Zahl der jährlich fertiggestellten Wohnungen um mehr als 70 % zurück. Von den 2008 fertiggestellten Wohnungen waren 152.200 Neubauwohnungen in Wohngebäuden. In Mehrfamilienhäusern wurden 8,8 % weniger Wohnungen fertiggestellt als 2007. Dagegen stieg der umbaute Raum der fertiggestellten neuen Nichtwohngebäude gegenüber dem Jahr 2007 auf 206,8 Mio. m³ (+15,3 %). Dieses Plus ist vor allem auf die nichtöffentlichen Bauherren (+17,5 %) zurückzuführen.
Verbände fordern stärkere Neubauförderung
„Die Zahl der derzeit fertiggestellten Wohnungen liegt weit unter dem tatsächlichen Bedarf. Jetzt zeigen sich die Ergebnisse der verfehlten Politik der vergangenen Legislaturperioden in aller Schärfe“, kritisiert Karl Robl, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Der Verband fordert von der Regierung daher, die Abschreibungsmöglichkeiten und Fördermittel beim Wohnungsneubau zu verbessern. Konkret solle der Neubau von Mietwohnungen durch eine Verdoppelung des Abschreibungssatzes von jährlich 4 % angeregt und die KfW-Förderung um einen speziellen Programmpunkt für den Bestandsersatz erweitert werden.„Weiter nach unten darf es beim Wohnungsbau in Deutschland nicht mehr gehen“, stellt auch Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD Bundesverbands fest. In einigen westdeutschen Ballungsräumen könne bereits von Wohnungsknappheit gesprochen werden. Um den Wohnungsbau wieder zu beleben, fordert der Verband daher eine gezielte und wirksame Förderung des selbstgenutzten Wohneigentums. So soll der private Schuldzinsenabzug wieder eingeführt, Erstkäufer von der Grunderwerbsteuer freigestellt sowie die Anschaffung selbstgenutzten Eigentums durch Abzug von der Steuerschuld gefördert werden.
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